Katrin Sell, Autorin aus Berlin
 

c i n e p h i l - Filmgeschichte

Das Wunder auf der Leinwand
Vortrag mit Filmbeispielen
Das Kino ist nun schon weit mehr als hundert Jahre alt. Von 1895 bis 1930 entwickelte sich das Kino in atemberaubendem Tempo von einer technischen Kuriosität zum Unterhaltungsmedium schlechthin und zu einer der bedeutendsten Kunstform des 20. Jahrhunderts, mit zahlreichen experimentellen Phasen. Doch nur noch wenig ist über die Filmpioniere wie die Brüder Lumierè, Georges Méliès oder Max Linder bekannt, die mit ihrer Erfindungsgabe und ihrem Witz unser heutiges Kino maßgeblich beeinflussten, nicht selten starben sie vergessen und verarmt.
In einem Vortrag mit selten gezeigten Filmausschnitten soll an diese kühnen Visionäre erinnert werden. Lassen Sie sich also von der "interessantesten Erfindung der Neuzeit", wie Filmbegeisterte damals ausriefen, überraschen!


Kino der Attraktionen - Das kuriose Kino um die Jahrhundertwende
Vortrag mit Filmbeispielen
Nachdem die Großstadtbürger sich an der neuen Erfindung der "lebendend Fotographien" sattgesehen hatten, begann der Film ein Nomadendasein zu führen. Er landete in den Buden und Zelten der reisenden Schausteller. Es waren in erster Linie kleine Leute, die für einen Groschen das neue Medium für sich endeckten. Abgefilmte Varieté-Nummern, Boxkämpfe und Melodramatisches sowie kurze Wild-West-Streifen erwiesen sich als besonders zugkräftig. Die zunächst kurzen Streifen wurden meist als Schlussattraktion eingesetzt.
Dieses Kino war keine Kunst, doch es verhalf der Erfindung der Kinematographie, die zunächst nur als ein technisches Kuriosum angesehen wurde, zu einer ungeheuren Popularität. Wiederum werden einige filmische Beispiele gezeigt.


Zur Geschichte des Dokumentarfilms
Wohl kaum eine Kunstgattung hat so viel Verwandlungen in den letzten Jahren erfahren wie der Bereich des Dokumentarfilms. Führte er vor einiger Zeit noch ein Schattendasein in den Kinos und im Fernsehen, so ist seine Präsens unübersehbar geworden und hat populäre Formen angenommen, die freilich nicht ganz unproblematisch sind. Es gibt mittlerweile eine große Bandbreite von verschiedenen Dokumentarfilmarten, die sich vom Versuch, ein möglichst "reines Dokument" zu schaffen, über die Doku-Soap bis hin zum Doku-Drama erstreckt. Die Gefahr eines vulgären Voyeurismus liefern insbesondere die Doku-Soaps. In einem Vortrag soll über die Entwicklung des Dokumentarfilms ein Überblick gegeben werden.
Filmvorführung: Berlin, Sinfonie einer Großstadt ( Deutschland 1927)
RE: Walter Ruttmann
Der dokumentarische Film beschreibt einen Tag in der Großstadt Berlin die in den 1920er Jahren einen industriellen Aufschwung erlebte, und gibt auch heute noch einen Einblick in die Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu dieser Zeit. Ruttmann konzipierte seinen Film als dokumentarisches Kunstwerk, das die Großstadt Berlin als lebenden Organismus darstellen soll. Im langsamen Erwachen der Stadt, in der Hektik des Tages und im langsameren Ausklingen am Abend sah er eine Analogie zu einer Sinfonie und unterstrich dies im Filmschnitt. Für die damalige Zeit ungewöhnlich, setzte Ruttmann zahlreiche kurze Schnitte ein, um die Lebendigkeit und Hektik der Stadt plastischer werden zu lassen.





 

 

© Hintergrundfoto "cinephil": Rainer Sturm/pixelio.de